Törnvorschlag ab Leros über Lipsi nach Samos und Patmos


Von Archangelos an der Nordküste von Leros aus sind es nur 8 Seemeilen nach LIPSI.
Die Südbucht von Lipsi ist höchst beliebt, vor Allem wegen des berühmten Lokals
DILAILA
Die Küche bietet eine interessante Fusion-Greek-Dining Mixtur, leider alles recht teuer. Aber auch hier sitzt man wie in der Karibik. Ärgerlich allerdings, daß in der Hochsaison große Gruppen präferiert werden und man als Paar oder kleine Gruppe den "Katzentisch" zugewiesen bekommt. Einerseits verständlich - 20 Italiener essen nicht nur in der Gruppe, sondern auch pro Person mehr, als die "geizigen" Deutschen, und die Saison ist kurz, aber dennoch etwas unschön.
Aber egal - wer das weiß und sich entsprechend einstellt, wird excellent essen und einen schönen Nachmittag oder Abend haben.

Nur 4 Seemeilen entfernt liegt der Hafen von
LIPSI - man kann auch in der großen Bucht vor der kleinen Kirche ankern, oder vor der Badebucht einlaufend an backbord, oder in den Hafen hineinfahren, der aber ab spätestens 15 Uhr in der Saison voll ist. Dann muss man außen am Quai anlegen, was wegen des dann auf dem Bug stehenden Windes nervig sein kann. Laaaange Ankerkette ist obligatorisch, gut einfahren und zügig anlegen, sonst wird man unfreiwillig der Star im Hafenkino.

Anlegegebühr (in 2023) 5 € für Manolis den Hafenmeister, Hafengebühr wird nach Bootsgröße berechnet, Wasser/Strom 10 € , Müll ist morgens in verschlossenen Tüten am Hafenschild abzulegen.
Es gibt eine hervorragende Bäckerei(Konditorei), Eisverkauf, am Hafen mehrere Lokale. Sehr urig ist die Hafentaverne
ASPRAKIS - hier werden Oktopusse frisch gegrillt, und man kann stundenlang beim Wein und/oder Ouzo sitzen und die vorbeiflniernden Touris, im Juli und August überwiegend Italiener, anschauen.  Eine weitere Ouzo-Taverne liegt 20m entfernt, auch sehr nette Wirtsdamen..

Tagsüber kann man an den ca. 300m entfernten, absolut kinderfreundlichen, flachen Sandstrand gehen, oder man nimmt ein Moped/Taxi zu einem anderen Strand. Abends kann man auch bei einem der besten Köche Griechenlands bei
MANOLIS TASTES (nicht mit dem Hafenmeister verwechseln) essen - sein Lokal ist oben im Ort. Sein Lokal ist sehr stark frequentiert und man sollte unbedingt einen Tisch reservieren. Er geht auch täglich in den Hafen und stellt sich den Seglern vor, erkennbar an seiner roten Kochjacke. Vielleicht hilft zur Tischreservierung ein schöner Gruß von mir, wir kennen uns seit vielen (mittlerweile) Jahrzehnten.

Nächst zu Lipsi liegt ARKI, ein kleiner Inselort,  gegenüber die bekannte und beliebte Ausflugsbucht MARATHI, in welcher sich auch reiche Türken ein Stelldichein geben. Auch die umliegenden Buchten sind im Hochsommer vollgepackt mit Megayachten.

Man kann ankern, aber die ehemaligen Bojen sind noch auffindbar, hier kann man eine Mooringleine aus 3-5m hochtauchen, dann die Haltekraft prüfen, die Meisten sind noch ganz gut.

Der ehemals als "Pirat" bekannte Wirt der links gelegenen Taverne ist verstorben, diese ist seitdem (2023) geschlossen, es gibt aber in der mitte eine griechische einfache Taverne und rechts das eher gehobene Lokal mit entsprechender Gästekundschaft. 


Auf dem Weg nach
SAMOS passiert man AGATHONISI  , einen kleinen Hafen mit nur ein paar Ferienhäusern und einem kleinen Strand. Die dortige Kaimauer gehört allerdings der Coast Guard, die hier ziemlich "streng" sind, weil dort auch die Fähre anlegt.

Es gibt 3 kleine Tavernen, wovon das rechts nahe dem Coast Guard/Fähren-Anlegekai nach Gerüchten aus der Seglerszene sehr gut sein soll.

Man kann aber auch etwas weiter vorne ankern oder gleich 2 sm weiter in der schönen Ankerbucht ein Plätzchen für die Nacht finden.

Meistens weht ein perfekter Wind für einen Anlieger nach
PYTHAGOREION, einem bekannten und beliebten Ferienort an der Südküste von Samos.
Aufgrund der Nähe zur Türkei sollte man auch hier Ausschau nach Flüchtlingsbooten oder sogar schwimmenden Personen halten.  

Pythagoreion ist ein stark frequentierter Hafen und der Hafenmeister reguliert das Anlegen rigoros. Im Vorhafen zu ankern ist nur bei Absprache als Warteplatz erlaubt. Die Hafenpromenade ist sehr belebt und daher auch abends und nachts recht laut. Sind die Tavernen überfüllt, kann man sich aber das Essen auch direkt auf´s Schiff liefern lassen.


Sollte im Hafen kein Platz sein, kann man auch außerhalb des Hafens in Höhe der Burg gut ankern und mit dem Schlauchboot an den Strand fahren. Ankerwache trotz gut haltendem Ankergrund ist empfohlen.

Alternative wäre die 1,5 sm e-lich gelegene Samos-Marina, die immer freie Liegeplätze hat. Fußweg zur Stadt ist etwa 20 Minuten am Ufer entlang.

Da es ja hier um eine Beschreibung eines Törns ab/bis Kos geht, belasse ich es bei Infos zur Südküste. 
An der Nordküste gibt es den Einklarierungshafen Samos-Stadt und diverse kleinere Liegemöglichkeiten, das brauchen Segler aber nur, wenn sie vorhaben, nach Chios, Lesbos oder entlang der Nordküste nach Westen zu segeln.
Allerdings kann man dort auch ausklarieren und dann nach Kusadasi in der Türkei segeln, wo antike Stätten wie das wirklich sehenswerte Ephesus zu besichtigen sind.

In Pythagoreion bzw der Marina gibt es einen femilienbetriebenen Vercharterer, dessen familie auch Ferienappartements vermietet. Kontakt und Charter gerne übe rmich.

Einige Seemeilen westlich liegt an der Südküste die kleine Insel Samopoula, ein schöner, aber tagsüber von Tagesausflugsbooten stark besuchter Ankerplatz. 

Noch weiter westlich kann man auch Marathokambou, ein ehemaliges kleines Fischerdorf, anlaufen.  Teilweise gibt es Moorings, die aber recht kurz sind, besser ankert man und legt rk an - Manche gehen längsseits und blockieren so Liegeplätze, allerdings ist der Hafen nicht so stark belegt.
Ein entspannter Ort mit Ferienhäusern, die eigentliche Ortschaft ist ein par km entfernt oberhalb. Im Winter dürfte bei Südsturm der Schwell recht stark sein.

Man kann nun von hier aus entlang der Insel IKARIA segeln, wobei es wegen der hohen Berge sehr gefährlich ist, die teils extremen Fallböen zu durchsegeln. 
Dem "normalen" Urlaubssegler ab/bis Kos wird dieses Revier eher nicht attraktiv erscheinen, für Segler ab/bis Samos gibt es gute Revierinfo vom Vercharterer Greg.

Die Inselgruppe Phournoi ist auch eine ehr weniger angelaufenes Revier, da es - wohl wegen der exponierten Lage südlich mitten zwichen Samos und Ikaria im "Windkanal" dort meistens sehr windig bis stürmisch ist. Es gibt einige Buchten, und man kann sich dort abseits vom Touristentrubel fühlen, wie früher in Griechenland. Aber uch im Hochsommer braucht man abends einen Pulli oder Weste und der Anker sollte immer sehr gut eingefahren und die Yacht am Besten mit einem 2.Anker gesichert werden!

Weniger windig und für einen längeren Aufenthalt geeignet ist die "Heilige Insel"
PATMOS einige Seemeilen südwestlich. "Heilig" ist Patmos für das orthodoxe Christentum, da der Apostel Johannes die Visionen der Apokalypse hatte und niederschrieb. Die Höhle seiner Visionen und ein später erbautes gewaltiges Kloster können heute besichtigt werden, was alljährlich viele Kreuzfahrtschiff-Gäste machen, ebenso, wie tausende Griechen, die an Ostern dorthin pilgern - entsprechend voll ist es in Patmos. Die Geschäftsleute dort fühlen sich angesichts des Massenansturmes recht wichtig und verbreiten, nicht alle, aber Manche, eher das selbstbewusstsein, eine Art "Klein Mykonos" zu sein...entsprchend teuer sind die Restaurants und Boutiquen. Preislich liegt man um 30-150% über Kos (bei identischer Ware).

Aber es ist auch mal nett, auf der Plaka in einer der Bars einen Aperitiv oder ein abendliches Glas Wein zu genießen. Immerhin gibt es auch viele reiche und berühmte Besitzer von Yachten und Häusern auf Patmos, und so kann man durchaus mal Prominente beim Shopping sehen.(und ablästern, klar)

Einlaufend passiert man einige chice Villen am Wasser und steuerbords eine im Sommer völlig mit Motoryachten zugeparkte kleine Bucht. Danach backbordseitig der Fähranleger und das Zentrum von Patmos
SKALA  und schon sieht man den Anleger für die Megayachten. Direkt dahinter ist der Liegeplatz der Coast Guard und danach liegen rk-verankert die Yachten. Es sind etwa 40-50 Liegeplätze vorhanden. 
Normalerweise sucht man sich seinen Liegeplatz selbst, es ist darauf zu achten, daß man seinen Anker zwecks Vermeidung von Ankersalat gerade legt. In einem kleinen Häuschen am Anfang des Quais sitzt eine nette junge Dame, die die Papiere einsieht und die Liegegebühr berecnet, ebenso Wasser und Strom (bei Bedarf). Diese ist wirklich immer sehr geduldig und freundlich.


Sollte unerwarteterweise mal am Hauptquai kein Platz sein, kann man an einen der Schwimmstege gegenüber gehen, das bedeutet aber einen weiteren Fußmarsch zur Stadt.

Auf der steuerbordseitigen Quaiseite befinden sich eine griechische und eine (wirklich tolle) internationale Bäckerei mit auch  französischem Gebäck und Brot. Außerdem ein Supermarkt, ein Obstmarkt (beide haben auch Eis) und ein Angelladen sowie Autoverleihe, etwa 200m Richtung Ort in der kleinen Gasse eine Selfservice Wäscherei. Danach kommt ein kleiner Sandstrand, der von den Barbetreibern an der Straße bedient wird - hier kann man einen Drink nehmen und auch baden, das Wasser ist sauber.
Diesel kann man telefonisch bestellen.  

Bemerkenswert ist, daß die Gemeinde Patmos alljährlich mit Tauchern den Müll vom Meeresgrund einsammelt - ein seltenes, umso lobenswerteres Unterfangen!

Die zerklüftete Küstenlinie der Insel Patmos bietet viele schöne Ankerplätze und Badestrände, so daß man hier durchaus einige Tage verbummeln kann.
Sehr bekannt und beliebt ist die Bucht FRISKOS, direkt unterhalb der Klosterfestung, aber südseitig gelegen. Aber die vielen anderen Buchten sind oft weit weniger voll und somit viel attraktiver.
Am anderen Ende dieser Bucht befindet sich auch eine Werft, die sich aber nur mit Restaurationen und lukrativen Megayachtaufträgen abgibt.

Man kann dann in 1 Tag nach Kos zurückschippern, oder beser zwischendurch in einer der beschriebenen Locations einen Stop einlegen. 

Wer Zeit und Lust auf 2 etwas längere Schläge hat, segelt nochmal bei meist frischem Vorwind nach
LEVITHA.
Dort gibt es auf der Südseite eine zweigeteilte Bucht, wobei der rechte Teil ein beliebter (und unter Wasser leider extrem vermüllter Ankerplatz ist. Auf der Insel lebt nur eine Familie, die eine urige Taverne betreibt. Wer sich dort nach einem ca. 20minütigen Fußmarsch durch´s Gestrüpp verköstigen lässt, sollte unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen, denn beim Rückweg gibt es sonst kein Licht!

Am nächsten Tag erreicht man dann, je nach Schiff, nach etwa 35 sm wieder die Kos Marina. 
Die Tankstelle liegt von N kommen hinter dem Hauptbecken der Marina, Freitags ist hier ab 14 Uhr 1-3 Stunden Wartezeit normal.
Es ist daher bei passender Gelegenheit oder entsprechender Törnplanung schlau,  in Pothia einen Zwischenstop einzulegen, zu tanken und danach weiter nach Kos segeln (ca. 3 Stunden). Die Charerfirmen erwarten die Yachten bis etwa 18 Uhr, nach telefonischer Benachrichtigung der Basis geht es manchmal (nicht immer) auch etwas später zwecks Ausklarieren.